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Um Raumflüge exakt überwachen zu können, errichtete man in- und außerhalb Chinas während der letzten Jahre ein modernes Netz an Bahnverfolgungsstationen.

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Autor: Felix Korsch, 14.08.2003




Blick in den Hauptkontrollraum des BCCC. Von hier aus werden bemannte Missionen koordiniert.
(Bild: Xinhua)
Bereits Ende der 60'er Jahre entstand ein erstes, zunächst provisorisches Telemetrie-, Bahnverfolgungs- und Kontrollnetzwerk (TT&C), um den Start des Satelliten DFH-1 zu unterstützen und zu überwachen. In den folgenden Jahren wurde dieses ausgebaut, um den Start auch größerer Satelliten zu verfolgen und den Kontakt zu wissenschaftlichen Nutzlasten zu wahren. Nicht zuletzt waren und sind es auch die chinesischen Kommunikationssatelliten, welche moderne Tracking-Stationen erfordern. Die Aufnahme eines bemannten Raumflug-Programms unterstreicht diese Notwendigkeit einmal mehr.

Heute existieren zwei derartige Komplexe: eines in Xian und eines in der Hauptstadt Peking (Beijing). Ersteres, also das Xian Satellite Monitor and Control Center (XSCC, auch bezeichnet als Basis 26) war bis 1999 das bedeutendste seiner Art und garantierte den sicheren Ablauf aller bis dahin gestarteten Missionen. Das Beijing Aerospace Command and Control Center (BACCC) wurde eigens für die Überwachung von Missionen im Rahmen des Shenzhou-Programms geschaffen. Es beherbergt eine moderne Einrichtung und hält den Kontakt zu einem nationalen Netzwerk von Überwachungsstationen. Dazu zählen:

  • Changchun tracking station
  • Weinan tracking station
  • Khashi tracking station
  • Minxi tracking station
  • Nanning tracking station
  • Xiamen tracking station
  • Guiyang tracking station
  • Yilan tracking station
Die ersten sechs sind dabei auch für bemannte Missionen von Bedeutung. Hinzu kommen mobile Bodenfahrzeuge, die während entsprechender Missionen im gesamten Land - insbesondere während der Wiedereintrittsphase - operieren. Natürlich kann ein solches national begrenztes System keine lückenlose Überwachung von Raumflügen garantieren. Bereits seit 1979 verfügt man daher über zwei große Bahnverfolgungsschiffe (Yuan Wang 1 und 2). Anfang der 90'er, wahrscheinlich 1992 (anderen Quellen zu Folge erst 1995), wurde die Flotte ergänzt durch Yuan Wang 3. Anlässlich des Fluges von Shenzhou 1 im Jahre 1999 wurde ein weiteres Schiff in Dienst gestellt, Yuan Wang 4. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Forschungsschiff (Xiang Yang Hong 10). Zu beachten ist die äußere Ähnlichkeit zu den Bahnverfolgungs-Schiffen russischer Bauart.



Bahnverfolguns-Schiff Yuan Wang-3. Mit Schiffen dieser Bauart wird der andauernde, zweiseitige Funkkontakt gesichert und der Wiedereintritt überwacht.
(Bild: unbekannt)
Alle vier Schiffe werden während entsprechender Missionen in drei Ozeanen stationiert und halten den Kontakt zum Raumschiff aufrecht, wenn die Stationen auf dem Territorium Chinas selbigen verlieren. Aus verschiedenen Quellen war zudem zu erfahren, dass China im Jahr 2001 nach dem zweiten Testflug in Kiribati und Namibia (Swakopmund) eigenständige kleine Übersee-Bodenstationen errichtet hat, um die Phase des Wiedereintritts genauer zu überwachen. Mit Brasilien, Frankreich und Schweden wurden zudem Verträge über die zeitweise Nutzung deren Bodenstationen geschlossen, eine weitere Station ist in Südafrika in Betrieb. Beachtet man offizielle chinesische Verlautbarungen, so ist man durch den Bau weiterer Anlagen bestrebt, künftig ein eigenständiges Netzwerk an Kontroll- und Bahnverfolgungs-Stationen zu errichten. Auch dies gilt als Grundvoraussetzung für ein umfangreiches bemanntes Raumfahrtprogramm.

Die Szenerie der Bahnverfolgung entspricht dabei dem typischen Muster: bis zur Trennung des Raumschiffes von Träger des Typs CZ-2F wird der Flug normal vom Startort Jiuquan (JSLC) aus überwacht. Anschließend übernimmt das BACCC die Flugleitung und überprüft zunächst über die Telemetrie die erfolgreiche Inbetriebnahme von Antennensystemen und das Entfalten der Solarpaneele. Alle Daten werden hierbei in Echtzeit übermittelt und auf die Bildschirme des Bodenpersonals sowie eine große Leinwand übertragen. Die zweiseitige Funkverbindung ist durch mobile Stationen, besonders die eigens geschaffene Schiffsflotte, praktisch ständig gegeben.

 
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