| |  Mit dem russischen androgynen Dockingsystem verfügt man über bereits ausgereifte und bewährte Hardware. Die Durchführung von Rendezvous ist Voraussetzungen für alle weiteren Schritte im All, etwa den Betrieb einer kleinen Raumstation. Sowjets wie Amerikaner gingen ihrerseits zu Beginn deren bemannte Raumfahrtprogramme genauso vor, denn das Beherrschen der Kopplung zweier oder gar mehrerer Raumstationen gehört zu den Grundlagen bemannter Raumflüge. Ohne diese wären die Möglichkeiten von Shenzhou sehr beschränkt.
Aus dieser Sichtweite heraus muss nicht viel spekuliert werden, um eine Rendezvous- oder gar Kopplungsmission in nicht all zu ferner Zukunft zu prophezeien. Westlichen Beobachtern blieb z.B. nicht verborgen, dass die Bahn des vierten Shenzhou-Testgerätes den Start eines weiteren Raumschiffes zum Durchführen eines kosmischen Meetings erlaubt hätte. Interessant ist hier das Potential des chinesischen Raumschiffes: da die Orbitalsektionen auch autonom, d.h. getrennt vom Rest des Raumschiffes über einen längeren Zeitraum hinweg (geschätzt rund ein Jahr) operieren können, ließen sich mehrere dieser miteinander verketten und eine erste kleine, modulare Raumstation konstruieren.
Dafür bedarf es keiner extra zu entwickelnden Technik, denn die Orbitalsektionen würden als die einzelnen Module einer Raumstation fungieren. Ein voll besetztes Shenzhou-Raumschiff könnte hier andocken und über mehrere Tage hinweg mit drei oder vier Personen Forschungsarbeiten durchführen. Bei der Rückkehr könnte so gleich ein neues Modul an der improvisierten Raumstation verbleiben. Zuvor gilt es natürlich, überhaupt erst einmal zwei Shenzhou-Raumschiffe aneinander zu fügen. Westlichen Experten zu Folge könnte dies bereits bei Shenzhou 7 der Fall sein. Offizielle Quellen gaben bereits bekannt, dass eine solche Unternehmung in Planung sei.

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