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Schon im Oktober 1993 kam das aus für die neue Trägerrakete. Diese sollte - betrieben mit Flüssigsauerstoff und Kerosin - den Start großer Nutzlasten erlauben, wäre also auch für eine etwaige Raumstation (921-2) nutzbar gewesen und es hätten zudem die toxischen Abgase beim Start verhindert werden können. Schnell erwies sich, dass dieses Vorhaben jedoch finanziell sehr aufwendig ist und die chinesische Führung leitete entsprechende Ressourcen lieber in militärische Projekte um. Die Chinese Academy of Space Technology (CAST) erhielt den Auftrag, eine Trägerrakete auf Basis der vorhandenen CZ-2E zu entwickeln. Hiermit ließen sich die Entwicklungskosten erheblich verringern, da man die zu schaffende CZ-2F wie nach dem Baukasten-System aus existierenden und bisher funktionierenden Komponenten zusammensetzen konnte.
Nach einem Gegenbesuch des Chefs der russischen Weltraumbehörde, Juri Koptew, wurde schließlich im März 1995 ein umfangreicher Kooperationsvertrag mit Russland geschlossen. Jener beinhaltete die Ausbildung zweier Chinesen im russischen Kosmonautenausbildungszentrum "Juri Gagarin" sowie die Bereitstellung des gesamten russischen Navigations-, androgynen Kopplungs- und Lebenserhaltungssystems aus den Sojus-Raumschiffen. Mit dem Training der beiden chinesischen Kosmonauten erhielt man außerdem entsprechende Skaphander bzw. Sokol-Raumanzüge. Nach unbestätigten Quellen erhielt China im Rahmen eines privaten Deals außerdem eine komplette Sojus-Rückkehrkapsel und erwarb zudem eine Blaupause von Sojus-T, also der zweiten Sojus-Generation (es folgten auf russischer Seite Sojus-TM und nun aktuell Sojus-TMA).
Im Mai 1998 wurde ein erstes Mock-up-Modell von Shenzhou fertig gestellt und für Hardware-Tests verwendet. Gleichzeitig kam auch die designierte Trägerrakete CZ-2F zu ihrer vorläufigen Vollendung. Im Juni des kommenden Jahres tauchten im Internet, genauer dem Chinese Military Forum angeblich offizielle Verlautbarungen auf, nach dem ein erster unbemannter Testflug im Oktober des gleichen Jahres stattfinden würde. Angefügt waren Bilder, abgescannt aus einer Broschüre einer innermongolischen Firma, welche mit dem Ausbau des Kosmodroms Jiuquan beauftragt war, welche die neue CZ-2F zeigen. Zunächst gab es Zweifel über die Glaubhaftigkeit der Quelle, schließlich sind chinesische Militärquellen auch dafür bekannt, retuschierte Fotos gezielt in Umlauf zu bringen. Nach kurzer Zeit gab es an der Echtheit jedoch keinen haltbaren Zweifel mehr. Kurz darauf aufkommende Gerüchte, auf dem Kosmodrom sei es zur Explosion von Treibstoffen der CZ-2F gekommen, bestätigten sich dagegen nicht. Allerdings wurde der Erststart von Shenzhou tatsächlich offiziell, aber unbegründet und kommentarlos auf unbestimmte Zeit aufgeschoben. Gleiches geschah mit dem Datum des ersten bemannten Starts: plante man diesen bisher für das Jahr 2000 oder 2001 wurde nun plötzlich 2005 genannt. Immerhin ging die Ausbildung des mittlerweile auf 14 Personen gewachsenen chinesischen Taikonautenkorps weiter. Im Sternenstädtchen bei Moskau trainierten laut russischen Angaben "15 bis 20" Chinesen im so genannten Hydrolab und nahmen an Zero-G-Flügen (Parabelflüge zur Simulation der Mikrogravitation) teil. Schließlich kam es doch noch in 1999, nämlich am 19. November, zum Erststart von Shenzhou, wie das Raumschiff von nun an bezeichnet wurde. Es folgten drei weitere - betont völlig erfolgreiche - Flüge. Der fünfte, erstmals bemannte Flug, soll noch in diesem Jahr stattfinden. Das Projekt 921-1 wird dann im vollen Umfang erfüllt sein. China wird damit seine Fähigkeit zur bemannten Raumfahrt unter Beweis stellen und zur unangefochten dritte Raumfahrtnation. Nach vielen glücklosen Anläufen sind damit Russen und Amerikaner nicht mehr Alleinherrscher über den erdnahen Raum. |
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