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Nach ihrer Ankunft im All führten die beiden Taikonauten nach Angaben chinesischer Medien einige Routinearbeiten durch. Hierbei wurden jedoch nur wenige Details über ihre genauen Aufgaben während der Mission publik gemacht, sondern eher die "normalen" Aktivitäten einer Weltraummission in den Vordergrund gehoben. So telefonierten Junlong und Haisheng mit ihren Familien, unterzogen das Shenzhou-Raumschiff einer Inspektion und führten Notfallübungen durch. Die aus drei Modulen bestehende Kapsel, der Orbitalsektion, der Rückkehrkapsel sowie der Gerätsektion wurde komplett in Betrieb genommen. Während des Fluges wurden zudem auch einige wissenschaftliche Experimente durchgeführt. Deren Inhalt wurde im Detail nicht veröffentlicht. Allerdings ging es wohl größtenteils um Untersuchungen des Raumschiff selbst, das immerhin erst seinen zweiten bemannten Flug durchführt, so dass die Sicherheit der Insassen ständig genau überwacht werden muss. Unter anderem wurde geprüft, wie sich die Bewegung der Taikonauten innerhalb der Kapsel auf die Flugbahn auswirkt und wie sie von Weltraummüll beeinträchtigt wird. Das Shenzhou-Raumschiff, das aus Bauplänen der russischen Sojus-Kapsel entwickelt wurde, ähnelt in seiner aktuellen Form weiterhin seinem russischen Vorbild. Es hat jedoch z.B. mit seinem autonomen Orbitalmodul auch deutliche Unterschiede. Während des dritten Flugtags gab Shenzhou-Chefentwickler Zhang Bainan zu erkennen, dass ab Shenzhou VIII deutliche Änderungen am System der Kapsel vorgesehen sind. Zudem habe man mit der eigenen Kapsel "die Defekte der russischen Sojus verhindert."
Der Flug von Shenzhou VI war ein großer Schritt vorwärts für die chinesische Raumfahrt. Nicht zu vergessen ist, dass es erst der zweite bemannte Flug für die Volksrepublik war. Nichts desto waren bereits zwei Insassen an Bord der Kapsel, die technologisch deutlich von den ersten Raumkapseln der USA und der Sowjetunion abweicht. So ist davon auszugehen, dass bereits mit der aktuellen Version von Shenzhou bis zu vier Taikonauten transportiert werden können. Dass auf dem aktuellen Flug noch keine riskanten Weltraumausstiege versucht wurden, spricht für eine risikobewusste Planung der ersten bemannten Weltraummissionen. Jedoch stehen in den nächsten Jahren große Änderungen im Weltraumprogramm an. So wird es nicht bei "bemannten" Flügen bleiben: Kürzlich wurde die Aufnahme von Frauen in das Taikonautenchorps angekündigt. Es ist zudem anzunehmen, dass während der nächsten Missionen, die ersten "Weltraumspaziergänge" (Extravehicular Activities, EVAs) und Kopplungsmanöver durchgeführt werden. Diese wiederum sind der erste Schritt zum Bau einer Raumstation, den die chinesische Führung nach eigenen Angaben anstrebt. |
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