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China startet zehntes Götterschiff


11. Juni 2013 - Heute vormittag unserer Zeit startete China das bemannte Raumschiff Shenzhou 10 in den Weltraum. Ziel der zwei Männer und einer Frau ist die chinesische Raumstation Tiangong 1.

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Autor: Daniel Maurat, Quelle: CCTV, Raumfahrer.net


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Shenzhou 10 startet in den Weltraum.
(Bild: CCTV)
Der Start vom Kosmodrom Jiuquan in der Inneren Mongolei erfolgte um 17.37 Uhr Pekinger Zeit (die entspricht 11.37 Uhr MESZ). Die zweistufige, mit Boostern versehene Rakete vom Typ Chang Zheng 2F (Langer Marsch 2F) funktionierte problemlos und brachte das Raumschiff Shenzhou 10 erfolgreich in einen Erdorbit.

Die Rakete vom Typ CZ 2F ist schon seit Jahren in Chinas bemannten Raumfahrtprogramm im Einsatz. Sie basiert auf der CZ 2E, welche Anfang der 1990er Jahre Satelliten startete. Seit 1999 startete sie und die Variante CZ 2G, welche die Raumstation Tiangong 1 in den Orbit brachte, insgesamt elf Mal in den Weltraum, davon bisher mit dem heutigen Start fünf Mal bemannt. Die Rakete verfügt, wie bereits erwähnt, über zwei Stufen sowie vier Booster, welche den Start der Rakete unterstützen. Auch die anderen Raketen des chinesischen Raumfahrtprogramms, etwa die CZ 2C oder die CZ 3-Serie, verwenden die Stufen und Booster der CZ 2F, wobei diese aber bei ihr wegen der schweren Nutzlast strukturell. verstärkt wurden.

Als Raumschiff startete heute Shenzhou 10, welches schon dem Aussehen nach auf der russischen Sojus basiert. Dies hat den Grund, dass in den 1990er Jahren China in Russland Technologien für das eigene Raumfahrtprogramm einkaufte, so etwa neben Raumanzügen, Dockingtechnologien oder Trainingsmethoden auch die Pläne für die Sojus-TM-Raumschiffe, welche man dann modifizierte. So etwa ist Shenzhou größer als sein russisches Vorbild und verfügt über ein zylindrisches statt eines ovalen Orbitalmoduls.

Die Mission der Besatzung von Shenzhou 10 besteht darin, ähnlich wie die vorangegangene Mission Shenzhou 9 mit der chinesischen Raumstation Tiangong 1 zu koppeln und dort über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen Experimente im Weltraum durchführen sowie den Betrieb einer Raumstation üben. Diese Aufgabe soll von den folgenden drei Raumfahrern durchgeführt werden:

  • Nie Haisheng, Kommandant
  • Zhang Yiaoguang, Bordingenieur
  • Wang Yaping, Bordingenieurin

Nie flog dabei schon im Jahr 2005 bei Chinas zweiter bemannten Mission, Shenzhou 6, zusammen mit Kommandant Fei Julong für knapp fünf Tage in den Weltraum. Wang Yaping ist nach Liu Yang, welche letztes Jahr mit Shenzhou 9 in den Weltraum flog, bereits die zweite Chinesin im Weltraum. Für sie und Zhang ist dies der erste Raumflug.

Die Raumstation Tiangong 1, welche das Ziel der Mission ist, wurde im September 2011 gestartet. Sie basiert auf dem Shenzhou-Raumschiff, wogleich es über einen größeren Lebensraum verfügt. Es verfügt nur über einen Dockingadapter, welcher auf dem APAS-89 der Russen basiert. Dieser wurde noch für das Buran-Programm entwickelt und später auch für das Space Shuttle benutzt. Heute noch gibt es auf der ISS zwei Kopplungsstutzen, PMA 2 und 3, welche eine Kopplung eines Raumschiffes mit diesem Adapter erlauben würden.

Doch die Tage der Raumstation Tiangong 1 sind gezählt: sie wird einige Zeit nach dem Ende der Shenzhou 10-Mission wieder in die Erdatmosphäre eintreten. In den folgenden Jahren soll die Station Tiangong 2 die Aufgaben von Tiangong 1 weiterführen.

Das ultimative Ziel des chinesischen Raumfahrtprogramms ist zurzeit eine modulare Raumstation, welche um 2020 aufgebaut werden soll. Sie wird ähnlich wie die Raumstation Mir aussehen und das Koppeln mehrerer Raumschiffe auf einmal erlauben, unter anderem auch von Frachtern, welche auf Tiangong 1 basieren werden.

Dieser Start war der insgesamt elfte des bemannten chinesischen Raumfahrtprogramms sowie der fünfte bemannte Chinas. Mit ihm hat China nun 10 Menschen, die im Weltraum waren oder sind und zieht somit mit Deutschland gleich. Zudem war es der dritte Start Chinas dieses Jahr, der international dritte bemannte Start und der 195. Flug in Chinas Raumfahrtprogramm seit 1969.

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