zur Startseite
  Navigation  
 

Suche

 
 

Shenzhou 5: Sicherheit geht vor


11. August 2003 - Die erste bemannte chinesische Mission wird kein simpler Hopser sein, sondern soll fortgeschrittene Technologie demonstrieren.

Druckversion

Autor: Felix Korsch, Quelle: AFP

 


Das erste bemannte Raumschiff Chinas, welches im kommenden Oktober ins All aufbrechen soll, wird mit intelligenter Technik versehen sein, um einen erfolgreichen Flugverlauf zu sichern. So soll sich zum Beispiel ein Kollisions-Warngerät an Bord befinden, um die Gefahren von Weltraumschrott in der Umlaufbahn des Ramschiffes Shenzhou 5 zu minimieren. Das System sei, so Du Heng, Chefwissenschaftler des Chinesischen Zentrums für Weltraum-Wissenschaften, in der Lage, die Kapsel aus dem Schussfeld solcher Teilchen weg zu manövrieren, indem Kurs, Lage und Geschwindigkeit von Shenzhou automatisch angepasst werden. Derzeit habe man 9131 Einzelteile verzeichnet, welche die Mission potentiell gefährden könnten. All dieser zumeist Weltraumschrott wird die 343 Kilometer hohe, nahezu kreisförmige Bahn der Mission kreuzen.



Das geplante Flugprofil von Shenzhou 5, hier in einer vereinfachten Darstellung.
(Bild: xinhua.com)
Die entsprechenden Teilchen seien allesamt katalogisiert worden und werden nun ständig verfolgt. Insgesamt befinden sich seit Anbeginn der Raumfahrt rund 26.000 gefährliche Teilchen in einer niedrigen Erdumlaufbahn - meist ausgebrannte Raketenstufen, gestrandete Satelliten oder Trümmer von Explosionen und gegenseitigen Crashs. "Die Erforschung und Untersuchung dieses Weltraumschrotts, welche das bemannte Raumschiff sogar zerstören könnten, ist wichtig für China", sagte Li Benzhen, Mitglied der Kommission für Wissenschaft, Technologie und Industrie des Nationalen Verteidigungs-Ratens der Volksrepublik gegenüber China Daily. Bereits seit dem Jahre 2000 ist man bemüht, die hierdurch existierenden Risiken durch angewandte Forschung zu minimieren.

Mit einem Budget von umgerechnet 3,63 Millionen US-Dollar hat man nun ein fähiges, defensives Schutzsystem entwickelt, welches sich bei der kommenden bemannten Mission bewähren soll. Doch dies ist noch nicht alles: nach neuesten Informationen entwickelt man derzeit ein optisches Teleskop mit einem Durchmesser von 65 Zentimetern, welches den ständig um die Erde kreisenden Weltraumschrott kontinuierlich überwachen soll. In der Vergangenheit zeigte sich immer wieder, dass selbst kleinste Staubteilchen mit hoher Geschwindigkeit die empfindlichen Systeme von Raumfahrzeugen schwer beschädigen können. Das entwickelte Schutzsystem wäre in dieser Form ein Novum. Die Internationale Raumstation wird z.B. durch eine verstärkte Außenhaut gegen den Aufschlag von Mikropartikeln geschützt, da ein Ausweichen in der Praxis nur schwer möglich ist.

Weitere Meldungen:

 
 
News & Berichte
Newsarchiv

Geschichte
Projekt 714
Projekt 921
China und die MIR
Europa-China

Langer Marsch
CZ-2F

Shenzhou
Shenzhou 1
Shenzhou 2
Shenzhou 3
Shenzhou 4
Shenzhou 6

Taikonauten
Gruppe 1
Gruppe 2
Gruppe 3

Infrastruktur
Kosmodrom Jiuquan
Kontrollzentren

Zukunft
Kopplungen
Raumstation
Raumgleiter
Mondflug
Weltraumwaffen

Interviews
Chen Lan
Harro Zimmer

Ressourcen
Multimedia (Galerie)
Downloads
Bibliographie
Presse
Impressum

 

  Eine Webseite von  


       
 

Nach oben

 
Raumfahrer.netAlle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Raumfahrer.net, © 2001-2007