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Erster Taikonaut heißt Yang Liwei


14. Oktober 2003 - Nachdem der Name des Taikonauten Nummer eins jüngst bekannt gegeben worden ist spricht nichts gegen einen Start am morgigen Mittwoch.

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Autor: Felix Korsch, Quelle: SpaceDaily.com

 


Seit der heutigen Ausgabe der Hong Konger Tageszeitung Wen Wei Po ist der Name des wahrscheinlich ersten Chinesen im All bekannt: Yang Liwei heißt der Taikonaut, welcher bereits in einigen Stunden als erster Chinese an Bord von Shenzhou 5 ins All starten soll. Die Zeitung berichtet in ihrer heutigen Ausgabe von den finalen Vorbereitungen im Startzentrum Jiuquan und offenbarte dabei auch die Namen der drei Aspiranten, welche in die nähere Auswahl für die Premierenmission gezogen werden. Neben Yang handelt es sich dabei um Zhai Zhigang und Nie Haisheng. Der letztendliche Yunhangyuan wird erst unmittelbar vor dem Start - zweieinhalb Stunden vor dem Lift-off, wenn selbiger seinen Platz in der Kapsel einnehmen soll - auf Grund letzter psychologischer Tests bestimmt werden, während die interne Rangordnung der genannten Reihenfolge entspricht. Der 38-jährige Yang konnte sich demnach in einer umfangreichen Testserie gegen Zhai durchsetzen, wobei beide aus dem Nordosten der Volksrepublik stammen.
 


Training für den Flug ins All: Yang Liwei entfaltet bei einem Parabelflug die chinesische Flagge.
(Bild: Xinhua)
Yang Liwei sei, so Wen Wei Po weiter, 1965 im Gebiet Huanzhong in der Provinz Liaoning geboren. Seit 1983 ist der Kampfpilot bei der chinesischen Luftwaffe. Zehn Jahre später, 1993, wurde er Mitglied einer breiteren Auswahlgruppe von zukünftigen Raumfluganwärtern. Bereits 1990 heiratete er Zhang Yumei und zog in die Hauptstadt Beijing, wo sich der Trainingskomplex für Taikonauten innerhalb der so genannten Aerospace City befindet. Dies bedeutet, dass sich die dritte, zwölfköpfige chinesische Trainigsgruppe nicht erst, wie gemeinhin angenommen, 1997 konstituierte, sondern parallel zu den ersten Planungen des "Projekt 921" gebildet wurde. Außerdem sind, entgegen anderslautenden Annahmen, weder Li Qinglong noch Wu Jie auf der besagten Auswahlliste zu finden, obgleich beide 1996/97 in Russland tranierten und seitdem als Ausbilder fungierten. In dieser Funktion galten sie als primäre Kandidaten für diesen ersten Raumflug.
 
Es dauert nun nur noch wenige Stunden bis zum Abheben von Shenzhou 5. Wahrscheinlich bereits gegen 09:00 Uhr Beijing-Zeit, dies entspricht 03:00 Uhr MESZ, auch wenn dieser Termin staatlicherseits nicht bestätigt wurde, soll die Trägerrakete Chang Zheng 2F für einen 21-stündigen Flug abheben. Die "Lange Marsch"-Rakete wurde bereits heute in einer siebenstündigen Prozedur betankt, während sich bei einer Startsimulation in der vergangenen Nacht keinerlei Probleme aufzeigten. Einige Fragen verbleiben bis dahin noch ungeklärt: wie wird China seine Raumfahrer bezeichnen? Während die westliche Presse den künstlich geschaffenen Begriff des "Taikonauten" bevorzugt, lautet eine der im übrigen sehr vielfältigen chinesischen Varianten "Yuhangyuan", was so viel "Weltraumnavigator" bedeutet.
 
Bald werden wir Gewissheit haben über eine Reihe von Fragen, welche bis dato der Geheimhaltung unterworfen wurden. Ob wir in der Lage sein werden, dem Start aus der Ferne live beizuwohnen ist allerdings noch immer fraglich. Wiederholte Ankündigungen des staatlichen Fernsehens CCTV, den Start und die Landung live übertragen und kommentieren zu wollen, wurden zurückgewiesen. Dies entspricht dem allgemeinen Verhalten der chinesischen Behörden, welche sich in allen Themen, welche auch das Militär betreffen, bedeckt halten. Bekanntlich entstand das bemannte Raumflugprogramm Chinas auch vor einem militärischen Hintergrund, auch wenn die Nutzung hauptsächlich zivil erfolgen soll. So soll man offenbar "Angst vor politischen Risiken" haben, wie chinesische Tageszeitungen zu diesem Thema anfügten - was immer dies auch heißen mag.
 
Wer trotzdem nicht versäumen möchte, eventuell doch dem Start live beiwohnen zu können, empfängt den Webstream von CCTV unter http://www.cctv-4.com bzw. http://www.cctv-9.com.

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