| |  Während die Starvorbereitungen des ersten bemannten chinesischen Raumschiffes in Jiuquan reibungslos zu verlaufen scheinen, rätseln westliche Beobachter weiter über den möglichen Starttermin. Bisher wurde der 10. Oktober als wahrscheinlichstes Datum gehandelt. Sun Laiyan, Vizevorsitzender der chinesichen Weltraumbehörde CNSA (China National Space Administration) sagte gegenüber AFP, dass ein Start "innerhalb der kommenden drei Monate" stattfinden werde. Allerdings lehnte er es ab, einenen genaueren Zeitraum einzugrenzen oder den 10. Oktober als Starttag zu bestätigen. "Zur Zeit laufen die Vorbereitungen in Folge bereits vier vergangener erfolgreicher Flüge - wir sind sehr zuversichtlich", sagte Sun weiter. Ebenso antwortete er nicht auf die Pressefragen nach der Größe der Besatzung, also ob sich ein oder mehrere yuhangyuans an Bord befinden werden. "Das Rätselraten der Presse ist nicht mehr als dies und nicht gerade passend."

 Vielleicht geht er allein auf die Reise: ein unbekannter yuhangyuan beim Training. (Bild: CAST) | Sun sprach Anfang der Woche auf dem China Centennial Aviation Forum (CCAF) in Beijing in seiner Funktion als Generalsekretär der Komission für Wissenschaft, Technologie und Industrie der Nationalen Verteidigung (COSTIND). Bereits am vergangenen Dienstag vermeldete die Tageszeitung Beijing Evening News, dass am 15. September ein einmonatiger Countdown bis hin zum Lift-off begonnen habe. Folgt man dieser Angabe, so wäre der 15. Oktober der wahrscheinlichste Termin für den Start von Shenzhou 5. "Es gibt viele Knackpunkte in diesem Projekt und viele Risiken. Wir leisten zur Zeit die Vorarbeit. Was wir damit sicherstellen wollen, ist, dass der Taikonaut, den wir ins All schicken, auch sicher zurückkehren kann", zitiert AFP einen weiteren Offiziellen der CNSA. "Sicherheit hat Vorrang."
Wenn der Flug von Shenzhou 5 erfolgreich verlaufen sollte - und davon gehen derzeit alle Experten aus - soll es künftig ausländischen Journalisten erlaubt sein, bemannten Starts aus nächster Nähe beizuwohnen. Bisher verbergen sich alle chinesischen Bemühungen unter dem zwielichtigen Schleier militärischer Geheimniskrämerei. So präsentiert sich auch die Frage nach dem Namen des ersten chinesischen Raumfahrers. Während des CCAF wurde mehrfach betont, dass die "Nummer Eins" noch nicht ausgewählt wurde, was wiederum die Annahme unterstützt, dass jener überhaupt erst am Tag des Fluges bestimmt werden soll. "Was die Taikonauten betrifft, haben wir viel Training hinter uns. Für wen man sich entscheiden wird, ist noch nicht bestimmt.", wird ein chinesischer Experte zitiert. Derzeit befinden sich 14 chinesische Raumfahrer im aktiven Training, von denen zwei als Ausbilder fungieren.
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