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Gaofen 1 - Start erfolgreich


26. April 2013 - Dem chinesischen Raumfahrtprogramm gelang vor wenigen Stunden, um 12.13 Uhr Beijing-Zeit, der erste Erfolg seines Raumfahrtjahres 2013. Die Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 2D mit dem neuen Erdbeobachtungssatelliten der Gaofen-Reihe sowie einigen Cubesats an Bord, scheint ihr orbitales Ziel planmäßig erreicht zu haben. An den transportieren Kleinsatelliten sind auch Ecuador, die Türkei und Argentinien beteiligt.

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Autor: Michael Clormann, Quelle: AMSAT-UK, cgwic.com, xinhuanet.com, china.org.cn, nasaspaceflight.com, Saanj.net, Raumcon


Der Start markiert die 175. Mission der chinesischen Trägerfamilie Langer Marsch, die seit den späten 1960er Jahren in vielfach modifizierten Versionen das Raumfahrtprogramm des asiatischen Riesenstaates stützt. Die heute zum Einsatz gebrachte zweistufige Konfigurationsvariante Langer Marsch 2D wird seit gut 20 Jahren zum nunmehr 19. Mal eingesetzt. Startplatz war an diesem Tag der Weltraumbahnhof Jiuquan im innermongolischen Nordwesten der Volksrepublik. Passend zum Jubiläumsstart ist er der traditionsreichste unter den gegenwärtig betriebenen chinesischen Launch-Komplexen.

csstoday.net

Gaofen-1 noch auf dem Boden. Gut zu sehen: eines der Solarpanele an der Seite des kubischen Satellitenbus,
(Bild: csstoday.net)
Gaofen 1 wird nun nach dem Start einer zivilen Bestimmung übergeben werden. Seine optischen Instrumente sollen in der Lage sein, Aufnahmen zur Erdbeobachtung mit einer Auflösung in der Größenordnung nur weniger Meter zu gewinnen, was auch etwa dem verfügbaren Stand westlicher Satellitenoptik entspricht. Neben diesem auflösungsstärksten Hauptinstrument werden noch zwei weitere Bildsensoren mit breiterer Spektralkapazität mitgeführt. Zusätzlich erhofft man sich von dieser neuen Satellitengeneration eine schnelle Verfügbarkeit der Daten am Boden, etwa zur Unterstützung im Katastrophen- und Umweltschutz oder der Agrarplanung. Gaofen 1 basiert auf dem CAST2000-Satellitenbus, der mittlerweile ein mehrfach erprobtes Produkt einer kommerziellen Tochterinstitution der Chinese Academy of Space Technology (CAST) ist. Diese relativ kleine Plattform erlaubt Nutzlastzuladungen von bis zu 600 Kilogramm und mit rund einem Kilowatt Energiebedarf. Sie diente bisher schon als Kern etwa der ebenfalls chinesischen Huanjing-1A&B-Erdbeobachtungsmissionen.

Im kommenden halben Jahrzehnt sollen noch bis zu sechs weitere Trabanten gleicher Baureihe und ähnlicher Instrumentenbestückung ins All befördert werden, um Chinas Kapazitäten in der weltraumgestützten Fernerkundung weiter auszubauen. Zur genauen geplanten Stückzahl der Satelliten des aufzubauenden high-definition earth observation system (HDEOS) gibt es bislang noch keine definitiven Angaben.

Mit an Bord der gestarteten Langer Marsch 2D befanden sich die drei Nanosatelliten TURKSAT-3USAT, NEE 01 Pegaso und CubeBug 1. Ersterer ist ein Kleinsatellit für Kommunikationszwecke, gebaut und unterhalten von der Technischen Universität Istanbul und dem Satellitenbetreiber TURKSAT. Pegaso ist der erste künstliche Erdtrabant der ecuadoreanischen Weltraumorganisation (EXA) und dient primär zu Test- und Demonstrationszwecken. CubeBug 1 dient der Erprobung einer möglichen zukünftigen Bauart der CubeSat-Kleinsatellitenfamilie und wird mit argentinischen Mitteln bereitgestellt.

Für Gaofen 1 ist eine, für Erdbeobachtungssatelliten übliche, sonnensynchrone Umlaufbahn in einer Höhe von 675 Kilometern und mit einer Inklination von 98,1 Grad vorgesehen.

Der heutige Trägerstart setzt eine relativ junge Tradition in der chinesischen Raumfahrt fort, nämlich ausländische Nutzlasten mit den eigenen Langer-Marsch-Trägern in Kooperation regelmäßig zu befördern. Erst im September letzten Jahres startete eine identische Rakete der Volksrepublik den venezuelanischen Erdbeobachtungssatelliten VRSS 1 unter starker Beteiligung südamerikanischer Wissenschaftler und Techniker.

Der nächste Start eines Langer Marsch-Trägers ist voraussichtlich bereits in etwa zwei Wochen zu erwarten. Dann soll der Kommunikationssatellit Chinasat 11 im Orbit platziert werden.

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